Bergische Universität Wuppertal ist Gastgeberin des bundesweiten Fellow-Treffens von Netzwerk Teilchenwelt
Fellow-Treffen von Netzwerk Teilchenwelt an der Bergischen Universität Wuppertal (Quelle: Netzwerk-Teilchenwelt)
Vom 6. bis 9. August 2026 fand das diesjährige Treffen der Fellows an der Fakultät für Mathematik und Naturwissenschaften der Bergischen Universität Wuppertal statt. Besonders erfreulich war, dass das bundesweite Treffen nach einer längeren Pause, die durch Kürzungen von Fördermitteln bedingt war, in diesem Jahr erstmals wieder stattfinden konnte. Die Teilnehmenden aus ganz Deutschland erhielten bei einem Programm aus Vorträgen, Laborführungen und Vernetzungsangeboten Einblicke in Themen der Teilchen- und Astroteilchenphysik und lernten zugleich die vielfältigen Beiträge des Standorts Wuppertal zur internationalen Grundlagenforschung kennen.
Einblicke in die Wuppertaler Forschung
Nach der Begrüßung durch das lokale Organisationsteam um Dr. Dominic Hirschbühl und Lukas Kretschmann sowie durch den Projektleiter Prof. Michael Kobel, Dr. Uta Bilow und Rebecca Seip von der TU Dresden begann das Programm mit einem Vortrag von Dr. Julian Rautenberg. Er koordiniert in Wuppertal den neuen Knotenpunkt Astroteilchenphysik des Netzwerks Teilchenwelt. Am Beispiel des Pierre-Auger-Observatoriums in Argentinien erklärte er, wie kosmische Strahlung gemessen und untersucht wird. Die energiereichsten Teilchen im Universum stellen die Forschung bis heute vor viele Rätsel. Der Vortrag beleuchtete daher auch aktuelle Überlegungen dazu, wo diese Teilchen entstehen und wie sie auf solch enorme Energien beschleunigt werden können.
Ein weiteres Highlight bildeten die technischen Beiträge der Wuppertaler Physik zur Forschung am CERN. Dr. Tobias Flick zeigte in einem Vortrag und bei einer Führung durch den universitätseigenen Reinraum, wie in Wuppertal Komponenten für den neuen ATLAS ITK-Pixeldetektor gefertigt werden. Im Rahmen des anstehenden Upgrades des Large Hadron Colliders (LHC) werden dort unter strengen Qualitätskontrollen Sensoren auf ihre Trägerstrukturen montiert.
Welche zentrale Rolle leistungsfähige Datenverarbeitung für die moderne Physik spielt, erläuterte Dr. Martin Errenst bei einer Besichtigung des wissenschaftlichen Rechenzentrums PLEIADES. Mit mehr als 17 000 CPU-Kernen stellt der Großrechner der Bergischen Universität die nötige Rechenleistung für umfangreiche Simulationen und Datenanalysen bereit und ist damit ein unverzichtbares Werkzeug für zahlreiche Forschungsprojekte am Standort Wuppertal.
Auch Forschungsprojekte außerhalb von Wuppertal waren Teil des Programms: Lea Schlickmann (JGU Mainz), selbst ehemalige Netzwerk-Fellow, berichtete von ihrer Arbeit am IceCube Neutrino Observatory und ihrem Aufenthalt am geografischen Südpol. Dabei gab sie persönliche Einblicke in den Alltag auf der Forschungsstation und schilderte die besonderen Herausforderungen bei der Suche nach kosmischen Neutrinos tief im antarktischen Eis.
Wie sich solche wissenschaftlichen Inhalte verständlich und ansprechend vermitteln lassen, erarbeiteten die Teilnehmenden in einem Workshop zur Wissenschaftskommunikation mit David Borgelt von der Universität Münster. Ein besonderer Fokus lag dabei darauf, wie man komplexe physikalische Zusammenhänge zielgruppengerecht präsentiert und Menschen für die eigene Forschung begeistert.
Austausch und Vernetzung
Das Fellow-Treffen lebt insbesondere vom Austausch und von der aktiven Beteiligung des Nachwuchses. In einer Postersession stellten die Teilnehmenden eigene Projekte, Praktika und erste Forschungsergebnisse vor. Ein Besuch im Wuppertaler Bandwebermuseum schlug thematisch die Brücke von der historischen Textilindustrie der Stadt zur heutigen Forschungs- und Wissenschaftslandschaft.
Am Ende der vier Tage stand für alle Beteiligten fest: Das erste bundesweite Fellow-Treffen nach der unfreiwilligen Pause war ein voller Erfolg. Es war eine große Freude, als Gastgeber diesen wertvollen Austausch zu fördern. So konnte die Fakultät für Mathematik und Naturwissenschaften dem Nachwuchs nicht nur ihre hochmoderne Forschungsinfrastruktur hautnah präsentieren, sondern die jungen Talente auch nachhaltig für ihren weiteren Weg in die Welt der Physik inspirieren.
Kontakt:
Organisationsteam Standort Wuppertal (Netzwerk Teilchenwelt)
Dr. Dominic Hirschbühl / Lukas Kretschmann
Fakultät für Mathematik und Naturwissenschaften
Bergische Universität Wuppertal
Mehr Informationen zum Netzwerk Teilchenwelt: https://teilchenwelt.de/