Nachruf auf Professor Dr. Carl Krüger (3. August 1933 – 27. November 2025)
Carl Krüger wurde am 3. August 1933 in Mylau im Vogtland geboren. Er studierte Chemie an der RWTH Aachen und schloss 1960 als Diplom-Chemiker ab. 1962 promovierte er dort mit Auszeichnung zum Dr. rer. nat. Seine Dissertation behandelte das Thema „Über Phenyl-silyl-amine, silylsubstituierte Harnstoffe und Semicarbazide sowie Phenyl-trialkylsilyldiazene“.
Nach der Promotion führten ihn Forschungsaufenthalte ins Ausland: 1962/63 arbeitete er als Research Fellow an der Harvard University. Es folgten Stationen als Stipendiat am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung in Mülheim an der Ruhr (1963–1965) sowie am Weizmann Institute of Science in Rehovot, Israel (1965–1966), wo er im Department of Structural Chemistry tätig war und erste Lehrerfahrungen sammelte.
Ab 1966 war Carl Krüger am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung tätig. Dort baute er eine Einheit für Röntgenanalytik. Ab 1981 leitete er die Abteilung „Strukturchemie“.
1978 habilitierte sich Carl Krüger an der Gesamthochschule Wuppertal im Fach Anorganische Chemie mit einer Arbeit über „vergleichende Strukturuntersuchungen an Multimetall-π-Komplexen“. Im selben Jahr erhielt er die Lehrbefugnis für Strukturchemie und metallorganische Chemie. Am 26. April 1979 hielt er seine öffentliche Antrittsvorlesung mit dem Titel „Kann man chemische Bindungen sehen?“. Er war der erste Habilitant im Fachbereich Naturwissenschaften II, Chemie, an der Wuppertaler Hochschule. 1982 wurde er dort zum außerplanmäßigen Professor ernannt.
Seine wissenschaftliche Reputation zeigte sich auch in weiteren akademischen Tätigkeiten: 1980 erhielt er einen Ruf auf eine C4-Professur für Anorganische Chemie an die Universität-Gesamthochschule Paderborn und war im Wintersemester 1980/81 Gastprofessor an der Technischen Universität München.
Mit dem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 1998 beendete Carl Krüger seine aktive wissenschaftliche Laufbahn nach mehr als 30 Jahren.
Professor Dr. Carl Krüger wird als Wissenschaftler in Erinnerung bleiben, der die Strukturchemie und Kristallstrukturanalyse über viele Jahre hinweg mitgeprägt hat. Die Fakultät für Mathematik und Naturwissenschaften der Bergischen Universität Wuppertal werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.
Prof. Dr. Francesco Knechtli
Dekan der Fakultät für Mathematik und Naturwissenschaften
im Namen aller Kolleginnen und Kollegen.